Star Trek:Die animierte Serie

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Star Trek: The Animated Series (dt. Die Enterprise (ZDF), Star Trek Classic Zeichentrick (Kaufvideo)) wurde von 1973-74 produziert.

Allgemeines

Vorspann

  • ZDF-Version (Sprecher: Joachim Cadenbach): Das Weltall, Grenze zum Unendlichen. Raumschiff Enterprise auf 5-Jahres-Patroullie. Erhofftes Ergebnis: Entdeckung noch fernerer Welten und neuen Lebens im Raum. Die Enterprise auf dem Weg in das Unvorstellbare.
  • CIC-Version (Sprecher: Fabian von Klitzing): Der Weltraum, unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt, dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Titelmelodie und Musik wurden komponiert von Yvette Blais und Jeff Michael.

Hauptdarsteller

  • William Shatner - Captain James T. Kirk
    • Rolf Schult (ZDF) und Gert-Günter Hoffmann (CIC)
  • Leonard Nimoy - Mister Spock
    • Christian Rode (ZDF) und Herbert Weicker (CIC)
  • DeForest Kelley - Doktor Leonard McCoy
    • Heinz Petruo (ZDF) und Randolf Kronberg (CIC)
  • James Doohan - Lt. Commander Montgomery Scott
    • Thomas Danneberg (ZDF) und Kurt E. Ludwig (CIC)
  • James Doohan - Arex
    • Karlheinz Brunnemann (ZDF) und Ulf-Jürgen Wagner (CIC)
  • George Takei - Lieutenant Hikaru Sulu
    • Norbert Langer (ZDF) und Fred Klaus (CIC)
  • Nichelle Nichols - Lieutenant Uhura
    • Renate Küster (ZDF) und Ilona Grandke (CIC)
  • Majel Barrett - M'ress
    • Edith Hancke (ZDF)und Claudia Lössl (CIC)
  • Majel Barrett - Schwester Christine Chapel
    • Ursula Herwig (ZDF) und Katrin Fröhlich (CIC)

Hintergrundinformationen

Entstehungsgeschichte

Gegen Ende das Jahres 1972 hatte die Originalserie durch "Syndication" in den USA bereits hohen "Kultstatus" erlangt. Daraufhin traten die Gründer von Filmation Associates Lou Scheimer und Norm Prescott an Gene Roddenberry heran, um die Rechte für die Produktion einer Zeichentrickversion der Serie zu erwerben. Zuvor hatten verschieden andere Animationsfirmen über die Produktion einer solchen Serie nachgedacht, Scheimer und Prescott konnten Gene Roddenberry jedoch für sich gewinnen, da sie ihm versprachen das beste Kreativteam für die Produktion zusammenzustellen, und versicherten, die Show würde der Originalserie in Qualität der Storys und der Charaktere sowie dem "Look" und dem "Feeling" bis hin zu Uniformen und Requisiten in nichts nachstehen. Roddenberry zögerte zunächst und bestand darauf, die kreative Kontrolle über die Serie zu behalten sowie D.C. Fontana als Story Editor (wie in der Originalserie) und zusätzlich als Produzent zu engagieren.

Unter diesen Bedingungen bekam Filmation die Rechte und verkaufte sie als Endprodukt an NBC. Obwohl Filmation im Konzept der Serie eine erwachsene Zielgruppe avisiert hatte, sah NBC die Serie für ihr Kinderprogramm vor und gab ihr einen Sendeplatz am Samstagmorgen, an welchem typischerweise das amerikanische Kinderprogramm stattfindet.

Man versuchte trotz allem den Erwartungen der Fans gerecht zu werden und die bekannten Charaktere so nah wie möglich am Original zu platzieren. Viele der Originalschauspieler sollten ihre Rollen in Form der Stimmenaufnahmen ihrer animierten Charaktere wieder aufnehmen. Um jedoch die Produktionskosten so gering wie möglich zu halten, hatten die Verantwortlichen bei Filmation zunächst nur William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelley und James Doohan engagiert. George Takei, Walter Koenig und Nichelle Nichols waren zunächst nicht eingeplant. Als Leonard Nimoy davon hörte, sagte er, er würde es ohne Takei und Nichols nicht machen, denn die beiden von ihnen gespielten Charaktere seien zu wichtig für die Serie gewesen. Also engagierte man lieber die beiden statt zusätzlich auch noch auf die Originalstimme eines so wichtigen Charakters wie Spock zu verzichten. Walter Koenig jedoch blieb zunächst weiterhin außen vor. Stimmtalent James Doohan war dazu auserkoren, dem neu eingeführten Crewmitglied Arex sowie den meisten der männlichen Gastcharaktere seine Stimme zu leihen. Für den neuen weiblichen Kommunikationsoffizier Lieutenant M'ress, Schwester Chapel und viele der weiblichen Gastcharaktere engagierte man Roddenberry-Gattin Majel Barrett. Im Verlaufe der Produktion konnte man auch einige Schauspieler der Originalserie verpflichten, um ihre Rollen in animierter Form fortzuführen, darunter Roger C. Carmel (Harry Mudd), Stanley Adams (Cyrano Jones) und Mark Lenard (Sarek). Im Juni 1973 begann dann die Produktion der neuen Serie.

Der gegen Ende Mai 1973 ausgehandelte usprüngliche Vertrag mit NBC enthielt nur die Lieferung der ersten 16 Episoden. Diese sollten für eine Erstausstrahlung schon im September des selben Jahres vorgesehen sein. Filmation hatte also acht Stunden Animation innerhalb eines halben Jahres abzuliefern, was die Produktion ungemein erschwerte (zum Vergleich: Firmen wie Walt Disney produzierten zu jener Zeit etwa zwei Stunden fertiger Animation innerhalb von zwei Jahren). Die hoch angesetzten Standards an Qualität und Authentizität trieben die Produktionskosten auf etwa 75.000 US-Dollar pro halbstündiger Episode. Damit war TAS eine der kostspieligsten Zeichentrickserien seiner Zeit.

Die Animationen wurden im damals für das Fernsehen üblichen "limited animation" Verfahren erstellt, was etwa zwei bis sechs unterschiedliche Bilder pro Sekunde bedeutete. Im Gegensatz dazu bediente sich die für das Kino gebräuchliche "full animation" bis zu 24 unterschiedlichen Bildern pro Sekunde. Zudem animierte man nur die sich bewegenden Teile eines Charakters und ließ den Rest des Körpers still. Die Bewegung einer Gruppe zum Beispiel wurde oft nur aus der Ferne gezeigt, die Körper schwarz gehalten, um sich Detailanimationen der Bewegung zu ersparen.

Von Zeit zu Zeit kam es auf Grund von Engpässen im Terminplan vor, dass einige der Schauspieler ihre Dialoge allein ohne die Mitwirkung der anderen Kollegen aufnehmen mussten, was insbesondere DeForest Kelley sehr missfiel. Als Bill Shatner sich auf Theatertournee befand musst er seine Sätze zum Teil sogar in anderen Städten der USA aufnehmen und das Band dann an Filmation schicken. Dies blieb jedoch die Ausnahme, die meisten der Episoden wurden von den Darstellern gemeinsam in einem Studio in der Nähe Hollywoods aufgezeichnet.

Die Zeichentrickserie hatte einen klaren Vorteil gegenüber der Realserie: Nun konnten verschiedenste Aliens, Landschaften und Anomalien kreiert werden, welche für TOS unmöglich gewesen wären. Leider jedoch schlichen sich auf Grund der knappen Zeitspanne relativ viele "Flüchtigkeitsfehler" in die Animation ein (siehe jeweils unter "Animationsfehler" in den einzelnen Episodenbeschreibungen).

Canonietät

Einige Jahre nach der Ausstrahlung und zu Beginn der Produktion von Star Trek: Der Film instruierte Gene Roddenberry Paramount, die Serie als nicht-canon anzusehen, und bei Storyentwicklungen außen vor zu lassen. Roddenberry war über das endgültige Resultat der Serie nicht besonders erfreut gewesen. In einem Interview berichtete er einmal, er hätte die Produktion nur des Geldes wegen erlaubt. Wenn er gewußt hätte, dass es später eine weitere Realserie geben würde hätte er sie vermutlich gar nicht erlaubt.

Immerhin gilt die Episode Das Zeitportal als quasi-canon.

Die Serie kann aber aus guten Gründen nicht aus dem Star-Trek-Universum ausradiert werden, denn zum einen stammen viele der Episoden aus der Feder von Autoren der Originalserie. Zum anderen finden sich viele "Ersterscheinungen" von Dingen, Personen oder Schiffen in den Folgeserien wieder. Dazu gehören unter anderem:

  • Die Idee des Holodecks (Wüste Scherze, wurde bestätigt in TNG)
  • Captain Kirks Zweitname "Tiberius" (Gefährliche Prüfung, wurde bestätigt in Star Trek VI: Das unentdeckte Land)
  • Die zweite Tür auf der Brücke der Enterprise
  • Commodore April als erster Kommandant der Enterprise (Flucht aus einem anderen Universum)
  • der Sehlat (Das Zeitportal]], wurde bestätigt in ENT: Der Anschlag)

Insbesondere die Serien DS9 und ENT beziehen sich mehr oder minder direkt auf die Serie.

Auszeichnungen/Kritiken

Für die Folge "Das Zeitportal" bekam die Serie 1974 einen Emmy Award in der Kategorie "Beste Kinderserie". Nach 22 Folgen wurde die Serie abgesetzt, obwohl sie in der Gunst der Kritiker ganz oben rangierte. Die Los Angeles Times z.B. schrieb (übersetzt aus dem Englischen):

"NBCs neue Star Trek Zeichentrickserie ist in dem Samstagmorgen-Kinder-Ghetto so fehl am Platze wie ein Mercedes in einem Seifenkistenrennen. Lassen Sie sich nicht davon täuschen, dass es sich um eine Zeichentrickserie handelt... sie ist faszinierende Kost, die mit all dem Einfallsreichtum, intellektuellem Leuchtfeuer und literarischem Grad produziert wurde, der Gene Roddenberrys berühmtes altes Science-Fiction-Epos das meistgesehenste Programm der Fernsehgeschichte, insbesondere in intellektuellen Kreisen, gemacht hat. NBC täte gut daran sich zu überlegen, sie auf einen Sendeplatz in der Prime-Time zu platzieren..."

TAS in Deutschland

1976 wurden 18 der 22 Folgen für das ZDF-Kinderprogramm synchronisiert und von 22 auf 12-15 Minuten Länge "verstümmelt". Die Bearbeitung übernahm die "Deutsche Synchron KG Karlheinz Brunnemann". Das Dialogbuch stammte von Michael Miller, Synchronregie übernahm Karlheinz Brunnemann.

Den Figuren wurde eine derart flapsige Ausdrucksweise anheim gelegt, dass der heutige Star-Trek-Fan die Episoden lediglich als Parodie der Originalserie ansehen kann. Durch Schnitt und Dialogbuch änderte sich auch oft der Inhalt der einzelnen Folgen. Über den Sinn dieses Vorgehens kann heute nur spekuliert werden: So war die Serie für das Kinderprogramm gedacht, dem widerspricht jedoch die teilweise nicht kindgerechte Wortwahl des Dialogbuchs.

Am Ende einer jeden Folge wurde gereimt, abwechselnd waren Kirk, Scotty oder Spock an der Reihe das Erlebte in einem flotten Zwei- oder Vierzeiler zu resümieren. Regelmäßig schloss die Episode dann mit dem Gelächter der Crew. Von vulkanischer Emotionslosigkeit war bei Spock nichts zu spüren, er war der munterste und scherzhafteste Charakter der ganzen Crew. Uhura bekam von ihrem Captain außerdem den Spitznamen "Madame Petticoat" verpasst, obwohl ihr enangliegender Minirock kaum etwas mit dem bauschigen Kleidungsstück aus den 1960er Jahren gemein hatte.

1994 wurde die Firma "Synchron 80" von CIC mit einer neuen Synchronisation beauftragt und alle Folgen ungeschnitten auf VHS-Kaufkassette veröffentlicht. Im TV liefen bis zur letzten Ausstrahlung auf Kabel 1 die ZDF-Folgen, meist zwei hintereinander, um auf eine Spieldauer von 25 Minuten zu kommen.

Für die ZDF-Synchronisation nahm man andere als die gewohnten Stimmen der Hauptdarsteller. Für die Neusynchronisation verpflichtete man glücklicherweise wieder die bekannten Sprecher der Originalserie, Dialogbuch und -regie übernahm hier Kurt E. Ludwig.